Die Energiewende braucht nicht nur neue Technologien, sondern auch Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen.

Thomas Bleul, geschäftsführender Gesellschafter und Mitgründer von Spanner Re², beschäftigt sich seit vielen Jahren mit erneuerbaren Energien und insbesondere mit der Holzvergasung. Gemeinsam mit Helmut Spanner gründete er das Unternehmen im Jahr 2006 mit dem Ziel, erneuerbare Energien wirtschaftlich nutzbar zu machen und eine zuverlässige Ergänzung zu bestehenden Energiesystemen zu schaffen.

Im Interview spricht er über seinen Weg zu Spanner Re², seine Motivation und die Rolle von Biomasse in einem zukünftigen Energiesystem.

Wie bist du persönlich zum Unternehmen gekommen?

Ich bin 2003 aus den USA zurückgekommen. Zu dieser Zeit herrschte in Deutschland eine enorme Aufbruchsstimmung im Bereich der erneuerbaren Energien. Biogas, Photovoltaik, Windkraft und Pelletheizungen wurden massiv ausgebaut und die entsprechenden Messen waren voll.

Geprägt hat mich das Thema allerdings schon deutlich früher. Ich komme aus Furth, einer Gemeinde, in der bereits während meiner Jugend sogenannte Energietage stattfanden. Dort wurden selbst gebaute Solaranlagen vorgestellt, die ersten Elektrofahrzeuge präsentiert und Photovoltaikanlagen installiert.

Parallel dazu habe ich Maschinenbau in Landshut studiert. Viele Professoren kamen damals noch aus der klassischen Energiewirtschaft, teilweise direkt aus der Kernkraft. Die vorherrschende Meinung lautete oft, dass erneuerbare Energien niemals einen relevanten Beitrag leisten würden.

Später haben wir innerhalb der Spanner-Gruppe im Rahmen einer „Agenda 2010“ mögliche Zukunftsfelder analysiert. Erneuerbare Energien gehörten dazu. Unser Gedanke war dabei relativ einfach: Wenn wir die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie erfüllen, wettbewerbsfähig produzieren und komplexe Fertigungsprozesse beherrschen können, dann sollten wir dieses Know-how auch auf erneuerbare Energietechnologien übertragen können.

Zunächst haben wir uns mit unterschiedlichen Technologien beschäftigt – von Photovoltaik-Nachführsystemen über Wechselrichter bis hin zur Unterstützung von Biogasanlagen. Letztendlich sind wir bei Biomasse und insbesondere bei der Holzvergasung geblieben.

Eine Präsentation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hat mich damals besonders beeindruckt. Darin wurde gezeigt, wie viel Sonnenenergie täglich auf die Erde trifft. Als Ingenieur konnte ich mich mit einem einfachen Vergleich identifizieren: Wenn das gesamte verfügbare Potenzial 3,60 Meter hoch wäre, müssten wir davon lediglich einen Millimeter nutzen, um den Bedarf der Menschheit zu decken.

Für mich war das ein Schlüsselmoment. Mir wurde klar, dass die Energiewende keine technische Unmöglichkeit ist. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, die vorhandene Energie intelligent zu nutzen.

Biomasse ist dabei für mich kein Gegenspieler von Photovoltaik und Batteriespeichern. Sie ist die Ergänzung, die Energie genau dann bereitstellen kann, wenn Sonne und Wind nicht ausreichend verfügbar sind.

Was begeistert dich noch heute an deinem Job?

Die Holzvergasung war in den vergangenen 20 Jahren eine gewaltige Herausforderung.

Lange Zeit haben wir weltweit Märkte aufgebaut, die stark von Einspeisevergütungen abhängig waren. Wir haben Partner gesucht, Anlagen installiert, Referenzen geschaffen und internationale Servicenetzwerke aufgebaut. Oft sind diese Märkte nach dem Auslaufen von Förderprogrammen innerhalb kurzer Zeit wieder verschwunden.

Heute ist unser Geschäft deutlich stabiler geworden.

Wir konzentrieren uns zunehmend auf Standorte, an denen große Mengen ungenutzter Biomasse verfügbar sind und gleichzeitig Strom teuer oder nur eingeschränkt verfügbar ist. Besonders spannend sind Anwendungen, bei denen Holzvergasungsanlagen Dieselgeneratoren oder Flüssiggas ersetzen können.

In vielen dieser Projekte sind wir nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig. Teilweise erreichen wir Amortisationszeiten von drei bis vier Jahren oder sogar weniger.

Trotzdem verkauft sich die Technologie nicht von selbst. Holzvergasung bringt eine gewisse Komplexität mit sich. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Anlagen robuster, einfacher und für Betreiber leichter beherrschbar zu machen.

Mich motiviert vor allem die Gewissheit, dass wir einen konkreten Beitrag zur Energiewende leisten.

Nicht auf dem Papier.

Sondern mit Anlagen, die jeden Tag laufen und fossile Energieträger ersetzen.

Wofür steht Spanner Re² für dich?

Früher hatten wir den Slogan:

„Wir machen erneuerbare Energien wettbewerbsfähig.“

Für mich beschreibt dieser Satz bis heute sehr gut, wofür Spanner Re² steht.

Unser Ziel ist es, Technologien anzubieten, mit denen Unternehmen und Menschen auf erneuerbare Energien umsteigen können, ohne dauerhaft höhere Energiekosten akzeptieren zu müssen.

Mit unseren Lösungen können wir aus regional verfügbarer Biomasse bedarfsgerecht Strom, Wärme oder Holzgas erzeugen. Dadurch ergänzen wir Photovoltaik und Batteriespeicher genau in den Zeiten, in denen andere erneuerbare Energiequellen nicht ausreichend Energie liefern.

Gleichzeitig bleibt die Wertschöpfung in der Region.

Aus bisher ungenutzten Reststoffen entstehen Energie, Arbeitsplätze und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten. Genau darin sehe ich die Stärke unserer Technologie.

Erneuerbar. Dezentral. Bedarfsgerecht. Wirtschaftlich.

Das sind die Eigenschaften, die aus meiner Sicht erfolgreiche Energiesysteme der Zukunft auszeichnen.

Ausblick

Die Energiewende wird nicht durch eine einzelne Technologie gelingen. Sie braucht intelligente Kombinationen verschiedener Lösungen, die sich gegenseitig ergänzen.

Für Thomas Bleul ist Biomasse dabei ein wichtiger Baustein: planbar, speicherbar und unabhängig von Wetterbedingungen.

Genau an dieser Vision arbeitet Spanner Re² seit fast zwei Jahrzehnten – aus regional verfügbaren Reststoffen jederzeit verfügbare Energie zu machen.

Mehr über unsere Lösungen im Bereich Holzvergasung und dezentrale Energieversorgung erfahren: https://re2.energy/de

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